Das Europaparlament in Brüssel zu besuchen war eine interessante, wenn auch sehr kurze Reise. Die Abgeordnete Britta Reimers hatte ihre Parteikollegen aus Schleswig-Holstein eingeladen, sich ein eigenes Bild von der Arbeit im Parlament zu machen. Dieser Einladung folgten Ralph Bockisch, Gunnar und Sabine Werner  gern.

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Am Sonntag ging es bereits um 7.00 Uhr morgens mit dem Bus los. Nach der 9-stündigen Fahrt blieb in Brüssel noch Zeit für einen Besuch des neuen Parlamentarium, ein „Museum“ der etwas anderen Art. Hier kann man in jeder Sprache die Geschichte Europas erfahren und bekommt einen Einblick, wie das Europaparlament funktioniert. Im Grunde gibt es keine festgelegten Fraktionen oder Koalitionen wie im Bundestag. Hier wird Demokratie pur gelebt und gearbeitet. Jeder Abgeordnete versucht so viele Befürworter für seine Anträge zu gewinnen wie möglich. Dabei müssen natürlich auch Kompromisse geschlossen werden und nicht immer steht die eigene Fraktion geschlossen hinter einem Antrag. Im Bundestag sind wir es gewohnt, dass die Fraktionen geschlossen abstimmen und die Koalition zusammenhält. Im Europaparlament zählt das gute Argument und z. B. ein Gesetzestext muss natürlich auch weitestgehend den verschiedenen Ländern gerecht werden. Kein leichtes Unterfangen.

Am Montag besuchten wir das Europaparlament und wurden von Britta Reimers und Ihrer Mitarbeiterin begrüßt. Umfangreiche Sicherheitskontrollen hatten wir passiert und saßen nun in einem typischen Besprechungsraum in einer ovalen Runde und im Hintergrund die Kabinen der Simultanübersetzer. Jeder Abgeordnete spricht in den jeweiligen Ausschüssen in seiner Sprache und für alle anderen wird übersetzt. Dies konnten wir später im Transportausschuss selbst miterleben. Eine sehr interessante Erfahrung! Ebenso faszinierend, dass der Umgang miteinander äußerst freundlich und respektvoll ist, auch wenn man gegensätzlicher Meinung ist. Zu Beginn des Ausschuss waren noch nicht alle Teilnehmer anwesend und der Ausschussvorsitzende begrüßte unsere Gruppe aus Deutschland und erklärte augenzwinkernd, die fehlenden Mitglieder seien eher aus den südlichen Ländern. Wir konnten dem Ausschuss gut folgen, während er einen Vorschlag der Kommission zu den Regelungen der Häfen diskutierte. Um 16 Uhr ging es dann mit dem Bus zurück nach Schleswig-Holstein.

Was nehmen wir aus diesem Besuch mit? Das Europaparlament findet viel zu wenig Beachtung in der Öffentlichkeit, obwohl es längst unser Leben mitbestimmt. Die kommende Wahl sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern seine Stimme nutzen und unser Europaparlament mitbestimmen!

Die Abgeordneten haben es wirklich verdient, dass man sie ernst nimmt! Mit 42 Sitzungswochen haben sie doppelt so viele Sitzungswochen wie unser Bundestag und zusätzlich auch noch wesentlich weitere Wege. Auch Britta Reimers verlässt ihre Familie Montagmorgen und kehrt erst Donnerstagnacht zurück, um die Interessen der Schleswig-Holsteiner in Europa zu vertreten. Dennoch arbeitet Sie mit großem Engagement und viel Freude im Europaparlament. Dieser besuch in Brüssel war hochinteressant und hat sich gelohnt!